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Studentendarlehen
Für einen Großteil der Studenten stellt sich während der gesamten Ausbildung immer wieder die Frage, wie der Lebensunterhalt bestritten werden kann.
Seitdem immer mehr Bundesländer die Einführung von Studiengebühren realisieren, erhält diese Frage zunehmende Brisanz: denn durch die Erhebung der Semestergebühren erhöhen sich die Ausgaben je nach Regelstudienzeit um mindestens 4000 bis 5000 Euro.
Die meisten Studenten werden derzeit primär durch ihre Eltern unterstützt; etwa 25 Prozent erhalten Zahlungen nach BAföG. Für viele Studierende ist ein Nebenjob zur Finanzierung des Studiums notwendig – was aber in der Regel eine Überschreitung der Regelstudienzeit bedingt. Verschärft wird diese Situation durch den Mangel an lohnenden Studentenjobs.
Ein Ausweg könnte die Aufnahme eines Studenten-Darlehens sein. Hierbei bietet eine private oder öffentlich-rechtliche Bank den Studenten im Erststudium ein Darlehen an, dass nach übereinstimmenden Angaben entweder monatlich in Summen zwischen 100 und 650 Euro für den Zeitraum der Regelstudienzeit gezahlt wird, oder als Einmalzahlung von mindestens 1500 und maximal 50.000 Euro an den Kreditnehmer geht. Dieses Studenten-Darlehen ist mit anderen Einnahmen, zum Beispiel dem BAföG ohne Probleme kombinierbar; hat zudem den Vorteil, dass das elterliche Einkommen ohne Bedeutung bleibt. Bei diversen Anbietern eines Studenten-Darlehens ist allerdings die erfolgreiche Absolvierung des Grundstudiums Voraussetzung. Fast ausnahmslos erfolgt eine Bonitätsprüfung; von einigen Banken wird als Sicherheit für das Studenten-Darlehen eine Risiko-Lebensversicherung verlangt.
Nach Studienende folgt eine tilgungsfreie Karenzzeit, deren Dauer von Bank zu Bank differiert. Die Rückzahlung wird auf einen Zeitraum von maximal 25 Jahren festgesetzt. Eine der Determinanten ist hier das Nettoeinkommen während der Tilgungsphase. Die Zinsen werden in der Regel variabel gehalten und ein bis zweimal im Jahr dem Kapitalmarkt angepasst. Laut Angaben verschiedener Kreditinstitute ist die Verzinsung jedoch staatlich subventioniert und soll deshalb auf maximal fünf bis acht Prozent begrenzt bleiben. Stundungen seien ebenso wie Sondertilgungen möglich.
Angebote für Studenten-Darlehen finden Sie z.B. bei der öffentlich-rechtlichen KfW-Förderbank oder der City-Bank, aber auch lokale Sparkassen nehmen Anträge entgegen.
Modelle für Studenten-Darlehen kann man überall in Europa finden. Das bei uns bisher vorherrschende BaföG-Darlehen deckt in der aktuellen Situation bestenfalls einen Teil der Ausgaben für ein Studium und den Lebensunterhalt während dieser Ausbildung ab. Somit vergrößert das – sicher streitbare – Modell eines zinssubventionierten Studenten-Darlehens einigen weniger begüterten Studieninteressenten die Chance auf den Hochschulabschluss.
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